Hochwasserschutz & Re­natur­ier­ung in Rabenstein a. d. Pielach

Durch die Renaturierung und Umgestaltung des Loitzenbachs führte der Stark­regen im Jahr 2024 zu neuen Schotter­inseln statt Hochwasser.

© Wiese mit Bach, links junge Bäume und Büsche, im Hintergrund bewaldete Hügel
Die zusätzlichen Flächen bieten dem Loitzenbach mehr Platz.
  • Zusammenfassung: Nach dem Hochwasser am Loitzenbach im Jahr 2016 wurde mit der Wildbach- und Lawinen­ver­bau­ung ein umfassendes Schutz­projekt mit Ver­besser­ung der Infra­struktur und Re­naturier­ungs­flächen um­gesetzt.
  • Projektziele: Schutz vor Hoch­wasser, Ver­besser­ung von Zu­fahrten, Ver­besser­ung des öko­log­ischen Zu­standes des Gewässers.
  • Ort: Raben­stein an der Pie­lach
  • Laufzeit: Bau­beginn 2019, Ab­schluss 2022, Bewährungs­probe September 2024
  • Gesamtkosten: rund € 4,5 Mio. Euro
  • Förderung und Finanzierung: aufgeteilt auf Bund (58 %), Land Nieder­österreich (15 %), Markt­gemeinde Raben­stein an der Pielach (25 %), Niederösterreichischer Straßendienst (2 %).
  • Verantwortliche und Projekt­träger: Wildbach- und Lawinen­verbauung (WLV), Markt­gemeinde Raben­stein an der Pielach, Nieder­österreichischer Straßen­dienst (Verkehrs­sicher­heit, Zufahrts­situation), NÖVOG (Maria­zeller Bahn und die Eisen­bahn­kreuzung), Fischerei­verband (gewässer­ökologische Maßnahmen)

Nach dem katastrophalen Hoch­wasser Ende Juli 2016 waren in Raben­stein an der Pie­lach weite Teile des Siedlungs­gebiets und mehrere Verkehrs­wege beschädigt. Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) entwickelte im Auftrag der Gemeinde ein umfassendes Schutz­projekt für den Loitzen­bach.

Technische Maßnahmen schaffen Sicherheit

Im Zentrum des Projekts steht der hochwassersichere Ausbau des gesamten Unterlaufs. Umgesetzt wurden unter anderem:

  • Hochwassersicherer Ausbau des gesamten Unterlaufs des Loitzenbaches
  • Neue Querung der Mariazeller Bahn und Über­führung des Mühl­baches über das Haupt­gerinne
  • Sperren in den Zubringer­gerinnen zum Schutz vor Geschiebe und Schwemm­holz
  • Optimierte Zufahrt zum Siedlungs­bereich und Entflechtung der Eisenbahnkreuzung

Die Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem nieder­öster­reich­ischen Straßen­dienst und der NÖVOG geplant und umgesetzt.

Mehr Raum für den Bach

Neben dem Schutz des Ortes verfolgte das Projekt von Beginn an ein zweites Ziel: die öko­logi­sche Auf­wertung des Gewässers. In Ab­stimm­ung mit der Fischer­ei wurden Wander­hinder­nisse im Loitzen­bach ent­fernt, sodass auch bei niedriger Wasser­führung ein durch­gängiger Fisch­lebens­raum besteht. Das Gerinne wurde naturnah gestaltet und besser mit dem Umland vernetzt. Im Orts­zentrum ist der Bach da­durch wieder als Nah­erholungs­raum erleb­bar und nutz­bar.

Dass diese natur­nahe Gestalt­ung funktioniert, zeigte sich bei dem Hoch­wasser­ereignis im September 2024: Die renaturierte Bach­strecke außer­­halb des Orts­gebiets wurde schad­los durchflossen. Danach bildeten sich eigen­ständig Schotter­bänke und unter­schied­liche Wasser­tiefen – ein Beleg für die öko­logische Funktions­fähigkeit der neuen Gerinne­struktur.

Teil einer größeren Klimaanpassungsstrategie

Die KLAR! Pielachtal hat das Hoch­wasserschutz­projekt am Loitzenbach begleitet, und ein Video davon auf Youtube darüber gestellt:

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Mit der Renaturierung des Loitzenbaches wurde ein wichtiger Schritt in Richt­ung Hoch­wasser­schutz ge­setzt und ein kleines Nah­erholungs­gebiet geschaffen. Im selben Talraum liegt mit LIFE IRIS ein weiteres, eigenständiges Re­natur­ierungs­projekt an der Pie­lach zwischen Wein­burg und Ober-Grafen­dorf. Beide Vor­haben verfolgen ähnliche Ziele bei Hoch­wasser­schutz und Ge­wässer­ökologie

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