Baumallee mit Blühwiese von Gösing nach Stettenhof
Der neue Rad- und Gehweg bei Fels am Wagram vereint Infrastrukturausbau und Sicherheit durch Baumallee mit Blühwiese.
- Zusammenfassung: Nutzung von ökologischen und wirtschaftlichen Synergieeffekten beim Radwegbau: zwischen Gösing am Wagram und Stettenhof wurde eine Fuß- und Radwegverbindung im Rahmen von Infrastrukturarbeiten geschaffen, sicher getrennt von der Landstraße durch eine sieben Meter breite Baumallee mit 46 Bäumen und Blühwiese.
- Ziel: Schaffen einer sicheren Fuß- und Radwegverbindung, Baumallee mit Biodiversitätsstreifen sowie neue Infrastruktur wie Stromleitungen und Internet Breitbandausbau.
- Ort: L 113, zwischen Gösing am Wagram und Stettenhof
- Umsetzungszeitraum: Jänner 2023 bis Juni 2023
- Begleitung und Umsetzung: A1 Telekom
- Auszeichnungen: NÖ Naturschutzpreis (2024), VCÖ-Mobilitätspreis (2024, 1. Platz), Auszeichnung zur kulturfreundlichsten Gemeinde des Bezirkes Tulln und eine der zehn vereinsfreundlichsten Gemeinden Niederösterreichs (2024)
Einmal aufgegraben, vielfach genutzt
Die Marktgemeinde Fels am Wagram hat entlang der L113 zwischen Gösing am Wagram und Stettenhof einen drei Meter breiten Geh- und Radweg errichtet und damit erstmals eine sichere Verbindung zwischen den beiden Orten geschaffen. Entlang der stark frequentierten Landstraße gab es zuvor keine zumutbare Alternative für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer. Der barrierefreie Weg bietet heute allen Generationen eine komfortable und sichere Nutzung.
Das Besondere an dem Projekt: Die Gemeinde nutzte die Bauarbeiten, um mehrere Zukunftsmaßnahmen gleichzeitig umzusetzen. Neben dem Geh- und Radweg entstanden ein über einen Kilometer langer, sieben Meter breiter Biodiversitätsstreifen mit Baumallee und 46 Bäumen. Gleichzeitig wurden Strom- und Glasfaserleitungen, Straßenbeleuchtungskabel sowie Leerverrohrungen verlegt. Dadurch können künftig zusätzliche PV-Anlagen, Wärmepumpen und Ladestationen für Elektroautos einfacher angeschlossen werden.
Klimaanpassung und Biodiversität mit Mehrwert
Der Blühstreifen und die Baumallee verbessern das Mikroklima, fördern die Biodiversität und reduzieren Bodenerosion. Niederschlagswasser von Straße sowie Geh- und Radweg wird gezielt zu den Bäumen und der Blühwiese geleitet. Das unterstützt die natürliche Bewässerung und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Die Baumarten wurden so ausgewählt, dass während der gesamten Vegetationsperiode immer wieder Blüten für Insekten zur Verfügung stehen.
Gemeinsam umgesetzt
Die Pflanzung der Bäume erfolgte im Rahmen einer Bürgerbeteiligungsaktion mit ehrenamtlichen Freiwilligen, regionalen Unternehmen und politischen Vertreterinnen und Vertretern. Das Projekt wird außerdem in Lehrveranstaltungen örtlicher Schulen sowie bei „Natur im Garten“-Vorträgen aufgegriffen und stärkt so das Bewusstsein für Klimaanpassung und nachhaltige Ortsentwicklung.
Für diesen ganzheitlichen Ansatz wurde das Projekt „Baumallee mit Blühwiese beim Geh- und Radweg Gösing–Stettenhof“ für die grenzüberschreitenden Adapterra Awards als eines der besten Beispiele gelungener Klimaanpassung nominiert.
Fels am Wagram setzt Klimaschutz und Klimaanpassung konsequent um
Die Marktgemeinde Fels am Wagram verfolgt seit vielen Jahren eine umfassende Strategie für Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Ortsentwicklung. Dazu zählen unter anderem folgende Maßnahmen:
- 18 Photovoltaikanlagen mit fünf Stromspeichern auf Gemeindegebäuden errichtet
- Straßenbeleuchtung vollständig auf LED umgestellt
- Gasverbrauch in Gemeindegebäuden um 97 % reduziert; keine Ölheizungen mehr in Gemeindegebäuden
- Mehr als 82 % des Gemeindegebiets als Freihalteflächen gewidmet
- Sechs E-Ladestationen und drei Elektrofahrzeuge im Gemeindebauhof
- Gemeindeeigene Ökoförderung in Höhe von 500 Euro für private Klimaschutz- und Umweltprojekte
- Raumordnungsprogramm mit ausgewiesenen Siedlungsgrenzen, Freiflächen und erhaltenswerten Landschaftsräumen
Für dieses konsequente Engagement wurde Fels am Wagram 2024 mit dem NÖ Naturschutzpreis ausgezeichnet. Zudem erreichte die Gemeinde den ersten Platz beim VCÖ-Mobilitätspreis für ihre umfassenden Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität. m örtlichen und regionalen Raumordnungsprogramm. Zudem konnte sie sich über die Auszeichnung zur kulturfreundlichsten Gemeinde des Bezirkes Tulln und eine der zehn vereinsfreundlichsten Gemeinden Niederösterreichs 2024 freuen.