Prävention von Waldbränden
Naturnahe Forstwirtschaft, Bewusstseinsbildung und gezielte Maßnahmen machen Wälder widerstandsfähiger gegen negative Folgen des Klimawandels und Waldbrände.
Da die meisten Waldbrände durch menschliche Aktivitäten ausgelöst werden, liegt der wichtigste Hebel in der Prävention. Laut der Europäischen Umweltagentur entstehen die meisten Brände durch menschliches Verhalten wie offenes Feuer, Funkenflug oder Fahrlässigkeit (Oom et al., 2022).
Waldbrandprävention bedeutet, Wälder widerstandsfähiger zu machen und gleichzeitig Wissen sowie Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken.
Anpassung der Wälder
Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten gelten als deutlich widerstandsfähiger als Monokulturen, insbesondere reine Nadelholzbestände. Auch das Management von Unterholz und Totholz hilft dabei, die Menge an brennbarem Material zu reduzieren. Zusätzlich können grüne Brandschutzstreifen, kontrollierte Beweidung oder Feuchtgebiete als natürliche Barrieren wirken und die Ausbreitung von Feuer verlangsamen.
Richtiger Umgang mit Wald und Naturraum
Gleichzeitig braucht es mehr Bewusstsein im Umgang mit Wald und Naturraum – besonders in trockenen Zeiten. Gerade in der sogenannten „Wildland Urban Interface Zone“, also dort, wo Siedlungen direkt an Wälder grenzen, steigt durch Freizeitnutzung, Tourismus und Bebauung das Risiko von Bränden deutlich an. Aufklärung, Sensibilisierung und verantwortungsvolles Verhalten im Wald sind daher ein wesentlicher Teil erfolgreicher Waldbrandprävention.
Resilienz der Wälder erhöhen mit naturbasierten Lösungen
Die Europäische Umweltagentur (EEA) sieht naturbasierte Lösungen als zentralen Ansatz zur Verringerung des Waldbrandrisikos. Dazu zählen unter anderem:
- Förderung von Mischwäldern statt Monokulturen
- naturnahe und adaptive Forstwirtschaft
- kontrollierte Pflege von Totholz und Unterwuchs
- Wiedervernässung von Feuchtgebieten
- grüne Brandschutzstreifen und Pufferzonen
- Agroforstwirtschaft und gezieltes Weidemanagement
- Wiederaufforstung mit standortgerechten, widerstandsfähigen Baumarten
Diese Maßnahmen erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Wälder und können die Ausbreitung von Bränden deutlich verlangsamen.
Situation & Maßnahmen in Österreich und Niederösterreich
In Österreich werden verschiedene Programme zur Waldbrandprävention und Waldsanierung umgesetzt:
- Der Österreichische Waldfonds – Maßnahme M6 fördert konkrete Waldbrandpräventionsmaßnahmen wie Frühwarnsysteme, Risikoanalysen und präventive Waldbewirtschaftung.
- Das Aktionsprogramm „Brennpunkt Wald: Wahrnehmen – Vermeiden – Bekämpfen“ setzt auf Bewusstseinsbildung und Prävention.
- In Niederösterreich fördert die Maßnahme M1 „Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen“ standortgerechte Aufforstung und Biodiversität.
- Das Projekt „waldsetzen.jetzt“ bringt Unternehmen und Waldbesitzende zusammen, und unterstützt Wiederaufforstung und Renaturierung geschädigter Waldflächen.
Unterstützung für Gemeinden und Waldbesitzende
Für die Umsetzung klimafitter und widerstandsfähiger Wälder bieten die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NÖ) gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu) ein spezielles Unterstützungsangebot für Gemeinden und Waldbesitzende an.
Im Rahmen des Angebots „Klimafitter Wald“ werden Fachvorträge zu Waldentwicklung und Anpassungsmaßnahmen angeboten sowie bestehende Waldbewirtschaftungspläne gemeinsam mit Expertinnen und Experten überarbeitet. Im Fokus steht unsere Wälder langfristig an veränderte Klimabedingungen anzupassen, die Biodiversität zu stärken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit, Schädlingen und Waldbrandrisiken zu erhöhen.