Klimafitte Bebauungsvorschriften
Der klimafitte Bebauungsplan schließt eine zentrale Lücke in der Praxis und bietet Gemeinden ein fundiertes, sofort anwendbares Werkzeug.
Gemeinden gestalten mit ihren Bebauungsplänen die Lebensqualität von morgen. Steigende Temperaturen, häufigere Starkregenereignisse und zunehmender Flächendruck erfordern ein vorausschauendes Handeln in der örtlichen Raumplanung. Bebauungspläne sind dabei ein zentrales Instrument: Sie schaffen verbindliche Rahmenbedingungen für Siedlungsentwicklung, Baukultur und Klimaanpassung.
Gemeinden zukunftssicher gestalten
Der Leitfaden „Klimafitte Bebauungsvorschriften – Lösungen und Empfehlungen für NÖ Gemeinden“ zeigt, wie bestehende gesetzliche Möglichkeiten gezielt genutzt werden können. Er bietet praxisnahe Unterstützung, um klimarelevante Maßnahmen in Bebauungsplänen zu verankern – und stärkt damit die Handlungsfähigkeit der Gemeinden.
Mit konkreten Textbausteine für Bebauungspläne, Beispiele aus Gemeinden und Empfehlungen für die Umsetzung ist er ein praxisnahes Werkzeug für Gemeinden. Er gibt einen kompakten Überblick über:
- Grundprinzipien klimaresilienter Raumentwicklung
- raumordnungsrechtliche Instrumente auf Gemeindeebene
- privatrechtliche Vereinbarungen zur Sicherung zusätzlicher Qualitäten
Leitfaden kostenlos downloaden
Der Leitfaden „Klimafitte Bebauungsvorschriften – Lösungen und Empfehlungen für NÖ Gemeinden“ wurde von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ gemeinsam mit Gemeinden, einem erfahrenen Raumplanungsbüro und Partnerorganisationen erarbeitet.
Er bietet einen kompakten Einstieg und unterstützt Gemeinden dabei, ihre Planung klimafit und zukunftssicher auszurichten mit umsetzbaren Lösungen, konkreten Formulierungen und fundiertem Fachwissen – ein Werkzeug aus der Praxis für die Praxis.
Der Leitfaden steht kostenlos zum Download (pdf, 7MB) unterstützt dabei, vorhandene Spielräume gezielt zu nutzen und zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen.
Zentrale Handlungsfelder im Bebauungsplan
Begrünung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Klimaanpassung:
- Dach- und Fassadenbegrünung wirken kühlend und verbessern das Mikroklima
- Bäume und Grünflächen sorgen für Beschattung und Aufenthaltsqualität
- Kombinationen mit Photovoltaik ermöglichen Mehrfachnutzungen
- Grünstrukturen fördern Biodiversität und schaffen Ersatzlebensräume
Versiegelung reduzieren und Wasser managen, denn ein bewusster Umgang mit Boden und Wasser ist entscheidend bei „zu viel und zu wenig“ Niederschlag:
- Begrenzung der Flächenversiegelung
- Sicherung und Gestaltung von Freiflächen
- Vorgaben zur Versickerung von Regenwasser auf Eigengrund
- Einsatz versickerungsfähiger Materialien bei Stellplätzen
- Schutz des Mutterbodens
Risiken durch Starkregen und Hochwasser können Bebauungspläne aktiv berücksichtigen:
- Anpassung von Bebauungsvorschriften an Gefährdungslagen
- Integration von Retentions- und Versickerungsflächen
- Strategien für den Umgang mit Hochwasser
Flächen effizient nutzen, Mobilität klimafit gestalten:
- Steuerung der Anzahl von PKW-Stellplätzen
- Förderung von Fahrradabstellanlagen
- Reduktion versiegelter Verkehrsflächen
Auch für Betriebsgebiete gibt es konkrete Ansätze:
- Begrünungs- und Freiraumvorgaben
- Kombination von Bebauungsvorschriften und vertraglichen Regelungen
- Praxisbeispiele für nachhaltige Standortentwicklung