Absdorf schützt mit Hecken
Mehrnutzenhecken sind Lebensraum, schützen Böden und stärken die Klimaresilienz der Landwirtschaft.
- Zusammenfassung: Gemeinde, Kirche, Land und Landwirtschaft schaffen gemeinsam einen über 2.000 Meter langen Biotopverbund aus Hecken zum Schutz der Böden im Klimawandel; Verbesserte Bedingungen für Landwirtschaft, Jagd, Imkerei und Naturschutz. Pflanzung von 100 Bäumen und 1.400 Sträuchern um Waldteile im Osten der Gemeinde Absdorf mit dem Windschutzgürtel in Stetteldorf zu verbinden.
- Ziele: Bodenfeuchtigkeit erhöhen, Schutz des Bodens vor Wasser- und Winderosion, Sicherung landwirtschaftlichen Ertrags, Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Erhöhung der Biodiversität, Verbesserung des Kleinklimas, Schutz des Grundwassers, Vernetzung naturnaher Lebensräume.
- Ort: Absdorf
- Laufzeit: 2016-2026
- Heckenpflanzungen: Frühjahr 2017 (Windschutzanlagen), November 2025 (Wild-Ökolandaktionshecken, April 2026 (Mehrnutzenhecken)
- Förderung: Beratung, Pflanzung und Anwuchspflege von Wild-Ökolandaktionshecken, Windschutz- und Mehrnutzenhecken sind vom Land NÖ über die NÖ Agrarbezirksbehörde (NÖ ABB) stark gefördert.
- Beteiligte: Gemeinde Absdorf, Pfarre Absdorf, Pächter der landwirtschaftlichen Flächen der Kirche (Alfred Grand, Josef Grand), NÖ ABB
In der Marktgemeinde Absdorf entsteht durch die enge Zusammenarbeit von Gemeinde, Land NÖ, Pfarre und Landwirtschaft ein Biotopverbundsystem, in dem Mehrnutzenhecken als naturbasierte Lösung wirken. Eine Gesetzesänderung im Jahr 2023 hat diesen Weg geebnet: Mehrnutzenhecken gelten nicht als Wald, es kommt zu keinem fiskalischen Wertverlust der Agrarflächen (gemäß § 1a Abs. 5 Forstgesetz 1975).
2.000 Meter grüner Gürtel
Die Pfarre Absdorf genehemigt und unterstütz als Verpächterin die Landwirte, die auf mehr als 0,5 Hektar des gepachteten Kirchengrundes eine rund 500 Meter lange Mehrnutzenhecke anlegen. Daran angeschlossen entsteht eine 378 Meter lange Mehrnutzenhecke auf Gemeindegrund. Die neuen Hecken vernetzen bestehende Bodenschutzanlagen mit einem Auwäldchen in der Nähe der Donau. Ein insgesamt 2 km langer Biotopverbund entsteht.
Die Pflanzung der Mehrnutzenhecke erfolgte im Frühjahr 2026 durch die Bodenschutzstation der NÖ ABB, die auch die Pflege bis zur Bestandssicherung übernimmt. In Zukunft sollen auf dem Gemeindegrundstück mit Mehrnutzenhecke zudem eine Streuobstwiese mit Feuchtbiotop als Ausflugsziel entstehen, die mit dem Ort durch Spazier- und Radwege verbunden sind.
Mehrnutzenhecken übernehmen Schutzfunktion
Hecken schützen vor Trockenheit, da sie Wind bremsen und so Verdunstung und Winderosion deutlich reduzieren. Dieser Effekt wirkt bis zum 25-Fachen der Heckenhöhe in die Fläche hinein. Gleichzeitig verbessern sie die Bodenstruktur, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit und tragen zur Sicherung fruchtbarer Böden bei – eine wesentliche Grundlage für die Landwirtschaft. In Österreich gehen jährlich rund 5,6 Tonnen Humus pro Hektar durch Erosion verloren.
Änderung im Forstgesetz und ÖPUL-Förderung
Mehrnutzenhecken unterliegen seit 2023 laut Forstgesetz nicht mehr der Waldwerdung. Dadurch entfallen Einschränkungen wie Rodungsauflagen. Förderprogramme wie ÖPUL unterstützen gezielt ihre Anlage.
Als strukturreiche Lebensräume fördern diese wichtigen Bodenschutzanlagen zudem die Biodiversität. Für die Landwirtschaft spielen insbesondere Bestäuber und natürliche Gegenspieler von Schädlingen eine wichtige Rolle. Zudem binden sie jährlich rund 20 bis 25 Tonnen CO₂ pro Hektar in Boden und Biomasse. Für eine optimale Wirkung sollten Mehrnutzenhecken in einem Biotopverbund möglichst alle 300 Meter integriert werden.
Diese naturbasierte Lösung ist ein Element zur europäischen Mission „Adaption to Climate Change“: Niederösterreich positioniert sich als Vorbild im Horizon Europe Projekt ARCADIA (TrAnsformative climate ResilienCe by nAture-baseD solutions in the contInentAl bio-geographical region).
Mit Erfahrung resiliente Landwirtschaft bewirken
Seit 1958 pflanzt die NÖ ABB konsequent Windschutzanlagen und Mehrnutzenhecken. Über 3.000 Hektar mit rund 5 Millionen Bäumen sowie 10 Millionen Sträuchern schützen heute etwa 100.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Niederösterreich. Jedes Jahr kommen rund 20 weitere Hektar hinzu, wodurch der Schutz kontinuierlich ausgebaut wird.







