Gewerbegebiet mit Grün­raum­konzept

Der ecoplus ÖkoWirtschaftspark Föhrenwald in Wr. Neustadt verbindet Wirtschaft, Klimaanpassung und Klimaschutz.

© Luftaufnahme des ecoplus ÖkoWirtschaftsparks Föhrenwald in Wiener Neustadt mit nachhaltigen Betriebsflächen und Photovoltaikanlagen.
Klimafitter ecoplus ÖkoWirtschaftspark Föhrenwald mit Photovoltaik und Grünflächen.
  • Zusammenfassung: 19 ha großes klimafittes und ressourcen­schonendes Betriebs­gebiet mit professionellem Grün­raum­konzept, verpflichtenden Umwelt­kriterien für ansiedelnde Unter­nehmen, klima­freundlichen Mobilitäts­angeboten, Photovoltaik, Regenwasser­management sowie biodiversitätsfördernde Maßnahmen. 
  • Ziele: Zukunftsfähiges, klimafreundliches Betriebsgebiet; Wirtschaft und Klimaschutz verbinden; ressourcenschonendes Bauen und Wirtschaften; attraktiver Standort für Innovation; Biodiversität stärken und Klimaanpassung fördern.
  • Ort: ÖkoWirtschaftspark Föhrenwald, Wr. Neustadt, südlich des Stadtgebiets an der S4-Abfahrt „Wiener Neustadt Süd“
  • Projektlaufzeit: Entwicklung und Management des Areals seit 2016.
  • Finanzierung: Land Niederösterreich, Wirtschaftsagentur ecoplus, Stadt Wiener Neustadt, angesiedelte Unternehmen
  • Investitionen: Grünraum- und Gestaltungskonzept, Baumpflanzungen und Bio­diver­sitäts­maßnahmen, Radweg-Infrastruktur, energieautarke Bushaltestellen mit Gründach, Photovoltaik und Strom­speicher, 5G-Infrastruktur Erschließung des ganzen Areals.
  • Beteiligte: ecoplus – Die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, Land Niederösterreich, Stadt Wiener Neustadt, ansiedelnde Unternehmen (z. B. Meisterbau Aichinger GmbH), Ingenieurbüro für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur schumacher.schindl.freiß (Grünraum- und Gestaltungskonzept), weitere Planungs- und Infrastrukturpartner für Mobilitäts- und Erschließungsmaßnahmen.

Klimafitte Betriebsflächen in Wiener Neustadt

Der ecoplus ÖkoWirtschaftspark Föhrenwald in Wiener Neustadt wurde von Anfang an als klimafittes und ressourcenschonendes Betriebsgebiet geplant. Auf dem 19 Hektar großen Areal wurden zahlreiche Maßnahmen für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität umgesetzt. Dazu zählen:

  • ein professionell entwickeltes Grünraumkonzept,
  • die Förderung klimafreundlicher Mobilität durch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie Investitionen in Fahrradwege,
  • ein umfassendes Regenwassermanagement und Photovoltaikflächen sowie
  • biodiversitätsfördernde Maßnahmen wie Biodiversitätswiesen.

Als Betreiberin setzt die ecoplus auf den von ihr bewirtschafteten Allgemeinflächen konsequent klimafitte Maßnahmen um. Unternehmen, die sich im ÖkoWirtschaftspark Föhrenwald ansiedeln, verpflichten sich vertraglich zur Umsetzung eines Kriterien- und Maßnahmenkatalogs für nachhaltiges Bauen und Wirtschaften.

Die Grundlagen für dieses nachhaltige Entwicklungskonzept wurden von ecoplus und der Stadt Wiener Neustadt gemeinsam mit Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplanern sowie den ansiedelnden Unternehmen erarbeitet.

Verbindliche Kriterien für Unternehmen

Neu angesiedelte Unternehmen im ecoplus Öko­Wirtschafts­park Föhren­wald setzen ein professionelles Grün­raum­konzept um und werden dabei von der ecoplus unterstützt. Pro 500 m² Grundstücks­fläche ist mindestens ein Baum mit einem Stamm­umfang von mindestens 16 cm zu pflanzen. Mindestens 50 Prozent der Stell­plätze sind versickerungs­fähig auszuführen.

Zusätzlich sind mindestens drei Maßnahmen am Betriebs­objekt selbst umzusetzen. Dazu zählen unter anderem Dach- oder Fassaden­begrünungen, Regen- und Abwasser­management, hohe Gebäude­standards, Photovoltaik­anlagen und E-Ladestationen.

Erfahrungen aus der Umsetzung

Die Entwicklung zeigt, dass klimafitte Betriebsgebietsentwicklung bereits in der Plan­ungs­phase verankert werden sollte. Besonders wirksam sind verbindliche Kriterien für Gebäude, Freiflächen, Mobilität und Energieversorgung.

Ein wichtiger Aspekt ist die langfristige Pflege der Grünflächen. Die Übergabe der Betreu­ung, z.B. von der Garten­baufirma an die Gemeinde, sollte frühzeitig organisiert werden. Denn Gießen ist kostengünstiger als Nachpflanzen.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, ökologische Qualitäts­standards verbind­lich festzulegen und gleichzeitig attraktive Rahmen­bedingungen für Unternehmen zu schaffen. Zudem müssen Anforderungen aus Infrastruktur, Mobilität, Flächenmanagement, Naturschutz und Betriebsentwicklung aufeinander abgestimmt werden.

Resonanz der Unternehmen

Der ÖkoWirtschaftspark positioniert sich als attraktiver Standort für Unternehmen, nicht nur für jene mit nachhaltiger Unternehmensstrategie. Eine Befragung der angesiedelten Unternehmen im Jahr 2026 zeigte, dass die Vorgaben zur klimafitten Gestaltung der Betriebsareale – entgegen anfänglicher Befürchtungen – kein Hindernis für Ansiedlungsentscheidungen waren.

Im Gegenteil: In fast allen Fällen wurden sie als (sehr) positives Argument für den Standort bewertet.

Geeignet für neue und bestehende Gewerbegebiete

Das Konzept des ÖkoWirtschaftspark Föhrenwalds eignet sich sowohl für neue Betriebsgebiete als auch für die Weiterentwicklung bestehender Gewerbestandorte.

Durch die verbindlichen nachhaltigen Standards entstehen hochwertige Unternehmensstandorte mit hoher Aufenthaltsqualität – sowohl für Kundinnen und Kunden als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer. Gleichzeitig werden die Kosten und Folgekosten von Energieverbrauch, Hitzebelastung und Flächenversiegelung reduziert sowie die Biodiversität gefördert. Die Klimaanpassungsmaßnahmen und ihre Übertragbarkeit auf andere Gebiete wird auch im EU HORIZON Projekt ARCADIA untersucht.

Weitere Empfehlungen für Betriebsgebiete sind im Leitfaden „Klimafitte Bebauungsvorschriften“ zusammengeführt.

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