Kleinrückhaltebecken bieten Schutz vor Hangwasser
In der Region Bucklige Welt-Wechselland schützen Kleinrückhaltebecken Straßen und bebaute Gebiete bei Starkregen.
- Zusammenfassung: Maßnahme gegen Auswirkungen von Starkregenereignissen in steilen Hanglagen. Errichtung von kleinräumiger Straßenentwässerung in 15 Gemeinden, naturnahe und einfach zu wartende Kleinrückhaltebecken, weitere Bauten in Planung.
- Ziele: Hangwasser im Wald zurückzuhalten um Schäden im Tal zu vermeiden, Bodenfeuchtigkeit im Wald steigern.
- Projektlaufzeit: Die praktische Umsetzung ist relativ kurz. Die beauftragten Unternehmen brauchen ca. 14 Tage, um die Rückhaltebecken zu installieren. Wichtig sind im Vorfeld Besprechungen mit der Gemeinde und den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern, Vor-Ort-Besichtigungen mit allen Beteiligten sowie eine klare Darstellung dessen, was genau gemacht und was nicht gemacht wird.
- Finanzierung: KLAR! Invest
- Weitere Beteiligte: Örtliche Bauunternehmen für die Umsetzung, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Gemeinden
Durch ihre Topografie mit zahlreichen Gräben, schmalen Tälern und Hanglagen ist die Region Bucklige Welt–Wechselland besonders anfällig für Vermurungen, Verklausungen und Überschwemmungen. Um die Folgen von Starkregen zu verringern, errichteten fünfzehn Gemeinden in den vergangenen Jahren Kleinrückhaltebecken. Diese entstehen oberhalb gefährdeter Bereiche und halten angeschwemmtes Material zurück. Gleichzeitig speichern sie Niederschlagswasser und sorgen dafür, dass es langsamer abfließt.
Davon profitieren nicht nur die Siedlungsgebiete, sondern auch die Forstwirtschaft. Die bessere Wasserspeicherung und die geringere Erosion schützen Waldflächen und erhalten die Infrastruktur der Wege. Gleichzeitig fördern die Maßnahmen die Biodiversität und stärken den Wald als wertvolles Naherholungsgebiet.
Kleine Retentionsbereiche mit großer Wirkung
15 Gemeinden in der Buckligen Welt haben diese naturnahe Maßnahme umgesetzt um
- Straßen und wichtige Infrastruktur vor Vermurungen sowie
- umliegende Gebäude (Wohnhäuser, Gewerbebetriebe) vor Überflutungen und Vermurungen zu schützen,
- Forstwege im Wald, Wege und Hänge zu erhalten,
- Schäden im Naherholungsgebiet Wald zu verringern und
- die Biodiversität zu erhöhen.
2023 wurden die ersten drei Projekte in Aspang (Bahnübergang), Krumbach (Ransgraben), Lichtenegg (Kühbach) umgesetzt. 2024 folgten Hollenthon (Gleichenbach), Bromberg, Lichtenegg (Thal) und Raach. Im Jahr 2026 gingen sechs Projekte in Hochneukirchen (Schwarzer Graben II), Pitten, Lanzenkirchen, Seebenstein, Kirchschlag (Stang), Krumbach (Zöbersdorf) in Umsetzung. Für 2027 sind weitere in Katzelsdorf, Kirchberg am Wechsel, Mönichkirchen und Zöbern geplant.
Kleinräumige Rückhaltebecken stellen sich unter Beweis
Die Gemeinden haben mit Rückhaltebecken sehr gute Erfahrungen gemacht. An Stellen, an denen Starkniederschläge bisher zu Materialanschwemmungen sowie zur Überflutung von Straßen oder Eisenbahnstrecken führten, konnte die Situation deutlich entschärft werden.
Anstelle großer Retentionsbecken, die massiv in die Natur eingreifen würden, kommen mehrere kleine, naturnahe Becken mit Holzpiloten und Natursteinen zum Einsatz. Diese können nach einem Unwetter mit einem Bagger geleert und für das nächste Ereignis schnell wieder vorbereitet werden.
Die Unwetter vom 8. Juni 2024, die auch Teile der Buckligen Welt getroffen haben, bestätigen die Wirksamkeit der Rückhaltebecken. Über 200 m³ Material wurden beispielsweise im Rückhaltebecken in Hochneukirchen-Gschaidt aufgefangen und im Anschluss wieder ausgeräumt. Dadurch wurden umliegende Gebäude effektiv vor Überschwemmungen und Vermurungen geschützt.