Wagram schützt mit Hecken

Mehrnutzenhecken sind Lebensraum, schützen Böden und stärken die Klimaresilienz der Landwirtschaft.

© Feld mit jungen Bäumen und Sträuchern, weiß blühende Blumen im Krautsteifen, im Hintergrund Häuser
Die Krautschicht neben der jungen Hecke fördert Nützlinge.
  • Zusammenfassung: Gemeinsames Projekt von Gemeinde, Kirche und Landwirtschaft schafft eine 850 Meter lange, durchgehende Hecke, die mehrere Biotope vernetzt und Bedingungen für Landwirtschaft, Jagd, Imkerei und Naturschutz verbessert.
  • Ziele: Bodenfeuchtigkeit erhöhen, Schutz vor Wasser- und Winderosion, Sicherung landwirtschaftlichen Ertrags, Bodenfruchtbarkeit erhöhen, Erhöhung der Biodiversität, Verbesserung des Kleinklimas, Schaffung und Vernetzung naturnaher Lebensräume.
  •  Ort: Absdorf
  • Laufzeit: 2022-2026
  • Heckenpflanzung: April 2026
  • Förderung/Finanzierung: ÖPUL, Ökolandaktion – das Pflanzen und die Anwuchspflege der Hecken sind vom Land NÖ stark gefördert.
  • Kosten: Pflanzmaterial, Pflanzaufwand, Aufwuchsmaterial…
  • Beteiligte: NÖ Agrarbezirksbehörde (NÖ ABB), Pfarre Absdorf, Pächter der Landwirtschaftlichen Flächen der Kirche (Alfred Grand, Josef Grand)

In der Marktgemeinde Absdorf entsteht durch die enge Zusammen­arbeit von Gemeinde, Pfarre und Landwirtschaft ein Biotop­verbund­system, in dem Mehrnutzen­hecken als naturbasierte Lösung wirken. Eine Gesetzesänderung im Jahr 2023 hat diesen Weg geebnet: Mehrnutzenhecken gelten nicht als Wald, es kommt zu keinem fiskalischen Wertverlust der Agrarflächen (gemäß § 1a Abs. 5 Forstgesetz 1975).

2.000 Meter grüner Gürtel

Die Pfarre Absdorf stellt dafür eine Fläche von über 0,5 Hektar für eine rund 500 Meter lange Hecke zur Ver­fügung. Ergänzend entsteht eine 378 Meter lange Mehr­nutzen­hecke auf Gemeinde­grund. Die neuen Hecken vernetzen bestehende Boden­schutz­anlagen und reichen bis zu einem Auwäldchen in der Nähe der Donau. Ein insgesamt 2 km langer Bio­top­verbund entsteht.

Die Pflanz­ung erfolgt im Frühjahr 2026 durch die Boden­schutz­station der NÖ ABB, die auch die Pflege bis zur Bestands­sicherung übernimmt. In Zukunft sollen zudem Streu­obst­wiesen als Ausflugs­ziel entstehen, die mit dem Ort durch Spazier- und Radwege verbunden sind.

Mehrnutzenhecken übernehmen Schutzfunktion

Hecken schützen vor Trockenheit, da sie Wind bremsen und so Wind- und Wasser­erosion deutlich reduzieren. Dieser Effekt wirkt bis zum 25-Fachen der Hecken­höhe in die Fläche hinein. Gleich­zeitig verbessern sie die Boden­struktur, erhöhen die Wasser­speicher­­fähigkeit und tragen zur Sicher­ung fruchtbarer Böden bei – eine wesentliche Grundlage für die Land­wirtschaft. In Österreich gehen jährlich rund 5,6 Tonnen Humus pro Hektar durch Erosion verloren.

© Hecken erfüllen viele verschiedene Funktionen
Eine Hecke erbringt viele verschiedene Leistungen für Mensch, Tier und Umwelt.

Änderung im Forstgesetz und ÖPUL-Förderung

Mehrnutzenhecken unterliegen seit 2023 laut Forstgesetz nicht mehr der Wald­werdung. Dadurch entfallen Ein­schränk­ungen wie Rodungs­auflagen. Förderprogramme wie ÖPUL unterstützen gezielt ihre Anlage.

Als strukturreiche Lebensräume fördern diese wichtigen Bodenschutzanlagen zudem die Bio­diversität, ins­besondere Bestäuber und natürliche Gegen­spieler von Schädlingen. Zudem binden sie jährlich rund 20 bis 25 Tonnen CO₂ pro Hektar in Boden und Bio­masse. Für eine optimale Wirk­ung sollten Mehr­nutzen­hecken in einem Biotopverbund möglichst alle 300 Meter integriert werden.

Diese naturbasierte Lösung ist ein Element zur europäischen Mission „Adaption to Climate Change“: Niederösterreich positioniert sich als Vorbild im Horizon Europe Projekt ARCADIA (TrAnsformative climate ResilienCe by nAture-baseD solutions in the contInentAl bio-geographical region).

Mit Erfahrung resiliente Landwirtschaft bewirken

Seit 1958 pflanzt die NÖ ABB konsequent Mehrnutzenhecken. Über 3.000 Hektar mit rund 5 Millionen Bäumen sowie 10 Millionen Sträuchern schützen heute etwa 100.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Niederösterreich. Jedes Jahr kommen rund 20 weitere Hektar hinzu, wodurch der Schutz kontinuierlich ausgebaut wird.

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