Stadtgarten kühlt Melk
Ein großer Parkplatz im Ortszentrum wird zum grünen Stadtgarten im Rahmen des impaQt-Projekts. Ein wichtiger Schritt für eine klimaresiliente Quartiersentwicklung.
- Zusammenfassung: Entwicklung eines klimaresilienten Stadtquartiers in Melk mit Umgestaltung eines Parkplatzes zum innerstädtischen Stadtgarten auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar. Entwicklung innovativer monetärer Finanzierungsinstrumente (impaQt) zur Umsetzung wirksamer Stadtentwicklungsprojekte.
- Projektziel: Messbare Kühlung der Innenstadt an Hitzetagen, Minderung von Überschwemmungsrisiken bei Starkregen. Aufbau eines Reallabors für skalierbare und übertragbare Lösungen für klimaresiliente Stadtquartiere. Entwicklung der Öko-Sozialen Stadterneuerungsanleihe als wirkungsbasiertes Finanzinstrument auf Basis von Impact Bonds im EU-LIFE Projekt impaQt.
- Ort: Abbe Stadler-Gasse, 3390 Melk
- Laufzeit: August 2025 bis Juli 2029
- Gesamtprojektvolumen: € 5.148.888,- (gemeinsam mit Berlin-Charlottenburg)
- Fördermittel: Insgesamt stehen für alle Partner rund 3,9 Millionen Euro an Fördermittel von EU-LIFE Programm und FFG zur Verfügung.
- Förderung und Finanzierung: EU-LIFE (CINEA), FFG, NÖ Bodenbonus des Landes Niederösterreich (WA4), weitere Förderungen in Prüfung.
- Beteiligte Stadtämter: Projektentwicklung (Anette Ess, MA), Stadtbetriebe (Ing. Robert Scherer), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Projektpartner impaQt: Stadt Melk, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Green4Cities GmbH, Universität für Bodenkultur Wien, Superwien urbanism ZT GmbH, Steuerberatungskanzlei Mag. Roland Honeder, Plan Zwei – Stadtentwicklung, Stadtforschung, Kommunikation, European Federation of Green Roof and Wall Associations (EFB), Komobile GmbH, Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ
Das Projekt impaQt verbindet innovative Planungs- und Finanzierungsansätze mit konkreten Maßnahmen zur Klimaanpassung auf Quartiersebene. Im Mittelpunkt steht in Melk die Umgestaltung eines Parkplatzes in der Abbe-Stadler-Gasse zu einem modernen Stadtgarten. Auf der bisher versiegelten Fläche entstehen neue Grünflächen, schattenspendende Bäume und attraktive Aufenthaltsbereiche, die das Stadtklima verbessern.
Das Vorhaben ist Teil eines europäischen Demonstrationsprojekts, das gemeinsam mit Berlin-Charlottenburg umgesetzt wird. Während in Melk ein klimafittes Stadtquartier mit Klimawald entsteht, wird in Berlin eine Straße entwickelt, die vollständig mit Regenwasser versorgt wird.
Der enge Austausch zwischen den beiden Projektstandorten liefert wertvolle Erkenntnisse für die klimafitte Stadtentwicklung. Ziel ist es, praxistaugliche und übertragbare Lösungen für Klimaanpassung, Finanzierung und Bürgerbeteiligung zu entwickeln, die auch andere Städte und Gemeinden nutzen können.
Boulevard Melk als verbindendes Element der Innenstadt
Der Stadtgarten ist der erste Schritt für die Entwicklung eines klimafitten Stadtquartiers in Melk. Auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar entsteht ein neuer Stadtbereich, der Grünflächen, Verkehrswege, Wohnraum und gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoß sinnvoll miteinander verbindet.
Gleichzeitig erfüllt das Projekt mehrere wichtige Aufgaben: Neue Grünflächen reduzieren Hitzeinseln, verbessern die Versickerung von Regenwasser bei Starkregen und steigern die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen werden während der gesamten Projektlaufzeit wissenschaftlich begleitet, dokumentiert und ausgewertet.
Mittel für die Umsetzung in Melk
Das Projekt zeigt, wie sich Klimaanpassung auf Quartiersebene durch die Kombination von Fördermitteln, Fachwissen und innovativen Finanzierungsmodellen erfolgreich umsetzen lässt. Für die Stadt Melk ergibt sich ein Förderwert von rund 2,3 Millionen Euro. Ein Großteil davon fließt in Planungs-, Forschungs- und Umsetzungsleistungen, die von den Projektpartnern erbracht werden.
Direkt erhält die Stadt rund 628.000 Euro für Umsetzung- und Personalkosten vor Ort, davon 100.000 Euro von der FFG und 528.000 Euro aus dem EU-LIFE Programm.
Innovative Finanzierung als Schlüssel zur Umsetzung
Ein zentraler Bestandteil des EU-Life Projekts impaQt ist die Entwicklung neuer Finanzierungsmodelle. Klassische Förderinstrumente stoßen bei komplexen Stadtentwicklungsprojekten oft an ihre Grenzen, da viele positive Effekte – etwa verbesserte Lebensqualität oder Klimawandelanpassung – nicht direkt monetär abgebildet werden.
Mit den sogenannten Öko-Sozialen Stadterneuerungsanleihen geht impaQt neue Wege bei der Finanzierung der Klimaanpassung. Das Modell basiert auf dem Konzept der Impact Bonds: Erzielen die Maßnahmen nachweisbare ökologische und soziale Verbesserungen, werden zusätzliche Finanzmittel freigesetzt.
Die Besonderheit des Projekts liegt im ganzheitlichen Blick auf ein gesamtes Stadtquartier. Erst das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen schafft einen zusätzlichen ökologischen und sozialen Mehrwert, der sich auch finanziell abbilden lässt.
Langfristig soll das Finanzierungsmodell zusätzliche öffentliche und private Investitionen in klimafitte Stadtquartiere anstoßen. So können künftig noch mehr Projekte zur Klimaanpassung umgesetzt werden.











EU LIFE LIFE_impaQt (Q for Quarter): transformative action model LIFE-24-SAPC-3931