St. Pöltens Stadtviertel mit Rückhaltebecken

Das Naherholungsgebiet Eisbergspitze im Westen der Landeshauptstadt ist klimafit. 

© Skizze von Retentionsbecken in St. Pölten
Visualisierung des Retentionsbecken im Stadtgebiet Eisberg in St. Pölten
  • Zusammenfassung: Das neue Wohngebiet Eisberg verfügt über ein naturnahes Rückhaltebecken mit einem Rückhaltevolumen von 17.000 m3 (10jährliches Starkregenereignis), DrainGarden-Flächen im Straßenbereich geeignet für 30jährliches Starkregenereignis, Retentionsraum mit ca. 4.000 m2 großer Wasserfläche. Zudem wurden 5.200 Laubbäume, Sträucher und Stauden sowie Sumpf- und Wasserpflanzen gesetzt, ein Windschutzgürtel gepflanzt und damit ein naturnahes Naherholungsgebiet mit Motorikpark und Trinkbrunnen geschaffen. Der Aushub wurde nicht verbracht, sondern vor Ort als Aussichtspunkt eingebracht.
  • Ziele: Biotopverbindung mit dem Stadtwald, Naherholungsgebiet, Schutz bei Starkregenereignissen
  • Projektlaufzeit: Start 2020 mit Bau Retentionsbecken, Eröffnung: Sommer 2022
  • Kosten: ca. 7 Millionen Euro
  • Finanzierungen und Förderungen: Umweltförderungsgesetz (€ 290.000,-), Land Niederösterreich durch den NÖ-Wasserwirtschaftsfonds (€ 160.000,-)
  • Beteiligte: Planungsbüro Henninger&Partner GmbH (Freizeit- und Bewegungspark), Drain Garden, Natur im Garten

Das Gebiet Eisberg Süd ist eines der wichtigsten Stadt­erweiterungs­gebiete in St. Pölten mit einer Einzugsfläche von ca. 78 ha. Bodenerkundungen ergaben, dass Regen­wasser vor Ort nicht versickern kann, da der Boden von geringer Durchlässigkeit ist. Die Gemeinde hat für eine langfristige Entwicklung dieses Gebiets ein Retentions­becken geschaffen, um das anfallende Regen­wasser aufzufangen. Gleichzeitig erweiterte sie so das Nah­erholungs­gebiet des angrenzenden Stadtwaldes.

Vorbereitung auf Starkniederschläge

Das Rückhaltebecken hat ein Volumen von 17.000 m³ und wurde für ein 10 jährliches Starkregenereignis bemessen. Dadurch kann in gedrosselter Weise Wasser an den Mischwasserkanal abgegeben werden. Der Regenwasser-Kanal selbst ist auf ein 2-jährliches 15-minütiges Starkregenereignis ausgelegt. Zudem wurden im Straßen­bereich DrainGarden-Flächen eingesetzt. Diese sind für ein 30-jährliches Starkregenereignis dimensioniert.

Erweiterung des Naherholungsgebiets

Mit dem Aushub des Rückhaltebeckens entstand die „Eisbergspitze“, ein neuer Aussichtspunkt auf 310 Metern Seehöhe mit Pavillon und schönem Ausblick. Das rund 2.000 Meter lange Wegenetz lädt zu Spaziergängen, Bewegung und Erholung im Freien ein. Für eine nachhaltige Beleuchtung sorgt moderne Technik: Die Wege werden nur dort beleuchtet, wo sich Personen aufhalten. Das spart Energie, verlängert die Lebensdauer der Leuchten und reduziert die Lichtverschmutzung.

Auch das Freizeitangebot ist vielfältig. Ob Fußball spielen, Drachen steigen lassen oder auf der frei zugänglichen Sportanlage trainieren – für jede Altersgruppe gibt es passende Möglichkeiten. Motorik-, Fitness- und Calisthenics-Geräte sorgen für Abwechslung, während ein Trinkbrunnen an warmen Tagen für Erfrischung sorgt.

© Retentionsbecken in St. Pölten mit Biotop im Vordergrund und "Eisbergspitze" im Hintergrund.
Mit der Eisbergspitze auf 310 m Seehöhe hat St. Pölten eine neue Aussichtsplattform.

Förderung der Biodiversität

Nun kann die Vielfalt der Natur im Rückhaltebecken beobachtet werden. Inzwischen haben sich Kröten und Wasservögel um das Biotop angesiedelt. Für Bienenvölker wurden Bienenstöcke aufgestellt, die von einem Imker betreut werden. Auch der Stadtwald wurde um eine Fläche von 14.200 m² aufgeforstet, die zusätzlich als Windschutzgürtel wirkt. Auf dem ganzen Gebiet wachsen nun insgesamt 5.200 neue Laubbäume, Sträucher und Stauden sowie Sumpf- und Wasserpflanzen.

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